!!NEWS!!

Neueste Pressemeldungen !!!


News

UNO/Gesundheit Neue WHO-Chefin will Malaria und Rauchen verstärkt bekämpfen - Brundtland: Strukturen der UN-Organisation reformieren Genf, 11. Mai (AFP)

Die künftige Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gro Harlem Brundtland, hat am Montag die Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit umrissen. Der Kampf gegen Malaria und gegen die Folgen des Rauchens vor allem in Asien würden im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stehen, sagte die Norwegerin in Genf. Zudem bezeichnete es Brundtland als eine ihrer künftig dringlichsten Aufgaben, die Regierungen in Gesundheitsfragen zu beraten und konkrete Projekte umzusetzen. Des weiteren hält sie es für dringend notwendig, die Strukturen der UN-Organisation zu reformieren. Insgesamt müsse die WHO künftig effizienter arbeiten.

Die frühere norwegische Regierungschefin soll am Mittwoch von der WHO-Generalversammlung zur neuen Generaldirektorin gekürt werden. Sie war im Januar vom Exekutivrat der WHO gewählt worden und soll am 21. Juli Hiroshi Nakajima ablösen, der am Ende seiner zehnjährigen Amtszeit unter Beschuß geraten war. Kritker werfen ihm mangelnde Fähigkeiten zur Leitung der 4000 Mitarbeiter zählenden Organisation, zweifelhafte finanzielle Praktiken und unscharfe Prioritätensetzung vor. Die ausgebildete Ärztin unterstrich am Sitz der WHO, bei der medizinischen Grundversorgung bestehe in den ärmsten Staaten der Welt noch hoher Nachholbedarf. So stürben an Malaria noch immer zwischen 1,5 und 2,7 Millionen Menschen jährlich, 90 Prozent von ihnen in Afrika. Die Krankheit sei zudem ein Hemmschuh für die ökonomische Entwicklung des Kontinents. Asien leide sogar in doppelter Hinsicht. Zum einen seien die traditionellen Krankheiten weit verbreitet. Hinzu kämen Wohlstandsleiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Der Zigarettenkonsum steige in Asien, während er im Rest der Welt falle, ergänzte Brundtland. `Der immense Tabakkonsum muß jetzt gestoppt werden, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Man muß sich klar über die Zahl der Tabakopfer sein", sagte die kommende Generaldirektorin der WHO. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, daß an den Folgen des Tabakgenusses 3,5 Millionen Menschen jedes Jahr weltweit sterben. Im Jahr 2020 würden nach Rechnungen der WHO bereits zehn Millionen Menschen am Rauchen und den Folgen sterben.

In bezug auf die Verwaltungsrefom hat sich Brundtland vorgenommen, mehr Transparenz bei den Finanzierungen zu schaffen und eine bessere Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen zu erreichen. Zudem solle mehr Durchsichtigkeit in die Verwendung der Gelder gebracht werden, die der WHO von den Regierungen zur Verfügung gestellt werden.


News

Universität GH Essen Presse-Information Sperrfrist: 19.5.1998 13.00 Uhr

Langzeit-Studie der Essener Hautklinik eröffnet HIV-Patienten zweiten Weg für wirksame Therapie

Zum ersten Mal in Europa sind in der Hautklinik des Essener Universitätsklinikums HIV-Patienten neben der Standardtherapie zusätzlich einer Behandlung mit Interleukin-2 (IL-2) unterzogen worden. Dadurch konnte die Immunabwehr des Körpers in bemerkenswertem Umfang stabilisiert werden. Nach diesem ermutigenden Ergebnis wird der ersten, auf Essen beschränkten Studie jetzt eine zweite folgen. 400 Patienten nehmen teil- aus weiteren deutschen Kliniken sowie aus HIV-Zentren in Amsterdam, Barcelona, Mailand, Paris und Wien. Die Standardtherapie für HIV-Patienten besteht neben vorbeugenden Maßnahmen gegen Gelegenheitsinfektionen in der Verordnung hochwirksamer Medikamente, die das HI-Virus (humanes Immundefizienz Virus) daran hindern sollen, sich zu vermehren (antiretrovirale Medikamente). Den Ärzten stehen elf Medikamente zur Verfügung, von denen sie drei oder vier kombinieren, um die Viruslast im Blut gegen Null zu drücken. Bei den an der Studie beteiligten Patienten in der Essener Hautklinik waren das die Substanzen AZT, 3TC und Saquinavir. Den zweiten Ansatzpunkt bei der Behandlung der Patienten kann künftig, wie die unter Beteiligung von 64 Patienten zwischen Mitte 1996 und Mitte 1997 in Essen durchgeführte und inzwischen detailliert ausgewertete Studie nahelegt, die Verabreichung von Interleukin-2 sein, jenes wichtigen Botenstoffes, der für die Funktion und Teilung von Lymphzellen im Körper mitverantwortlich ist. Schon vor einigen Jahren hatten Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten versucht, durch intravenöse Interleukin-2 Gaben die Immunabwehr von HIV-Patienten positiv zu beeinflussen. Interleukin-2 in der Blutbahn wirkt aber hochgiftig, die Patienten müssen sich während der Dauer der Therapie im Krankenhaus strengen ärztlichen Kontrollen unterziehen. An der von Professor Dr. Manfred Goos geleiteten Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Essen gingen Oberarzt Dr. Ulrich Hengge und seine Mitarbeiter Dr. Vanessa Exner und Dr. Stefan Esser einen anderen Weg: Interleukin-2 wurde nicht intravenös, sondern unter die Haut gespritzt. Dort befindet sich die Substanz in einer Art Depot, aus dem sie in verträglichen Gaben in das Blut gelangt. Die an der Studie beteiligten Patienten konnten sich das Interleukin-2 selbst spritzen- wie Diabetiker das Insulin. Die ambulante Fortsetzung der Studie war damit gewährleistet. In zwei Gruppen - A und B - nahmen 44 HIV-Patienten, die mit der Dreiertherapie aus AZT, 3TC und Saquinavir behandelt wurden, an der Studie teil; die Behandlungserfolge wurden verglichen mit den Werten von 20 Kontroll-Patienten, die ebenfalls AZT, 3TC und Saquinavir erhielten. Die Zahl der CD4-Zellen, die als Schaltzellen des Immunsystems Botenstoffe zur Abwehr von Infektionen durch den Körper senden, war bei allen beteiligten Personen vergleichbar: sie lag zwischen 200 und maximal 500 pro Kubikmillimeter Blut- bei 500 CD4-Zellen beginnt der Wert eines gesunden Menschen. Die Patienten der Gruppe A spritzten sich das Interleukin-2 während der einjährigen Studie im straffen Sechs-Wochen-Rhythmus, die Patienten der Gruppe B immer dann, wenn die Zahl der CD4-Zellen, die nach den ersten Interleukin-Gaben spontan angestiegen war, das 1,25 fache des Ausgangswertes unterschritt. Die Studienleiter Goos und Hengge wollten neben der Verträglichkeit und Sicherheit der neuen Therapieform ermitteln, bei welchem Zeitintervall der beste Effekt erzielt wird. Von den zunächst 44 Patienten, die mit Interleukin-2 behandelt wurden, beendeten im August 1997 21 Patienten der Gruppe A nach durchschnittlich 8,5 und 19 Patienten der Gruppe B nach durchschnittlich nur 4,6 Zyklen von Interleukin-2-Gaben die aktive Studienphase. Fast alle Patienten hatten sie gut vertragen, die Nebenwirkungen beschränkten sich auf Temperaturerhöhungen und grippale Symptome. Drei Ausnahmen gab es- bei einem Patienten ein vorübergehender Anstieg der Leberfunktionsparameter, bei zwei anderen die mögliche Reaktivierung einer Depression. Demgegenüber stand- von acht Ausnahmen abgesehen- nach einem Jahr ein beachtlicher Anstieg der CD4-Zellen- im Durchschnitt um mehr als 100 pro Kubikmillimeter Blut von 370 auf 492 in der Gruppe A und von 350 auf 468 in der Gruppe B. In der Kontrollgruppe, zu der im August 1997 von den zunächst 20 noch 18 Patienten gehörten, stieg die Zahl der CD4-Zellen von durchschnittlich 388 auf 415. Bei den Studienpatienten war darüberhinaus ein signifikanter Anstieg der natürlichen Killerzellen nachweisbar. Auch sie spielen bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle. Um die Wirkung des stabileren Immunsystems auf das Auftreten von Infektionen zu untersuchen, registrierten Hengge, Exner und Esser bei ihren Patienten alle erkennbaren Infektionen sowie Haut-und Schleimhautveränderungen. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt - 21 Monate nach Studienbeginn - wurde bei keinem der mit Interleukin-2 behandelten Patienten eine das Vollbild AIDS charakterisierende Infektion festgestellt, während drei Patienten der Kontrollgruppe inzwischen an einem Gefäßtumor der Haut, einem Kaposi-Sarkom, leiden. Hautveränderungen, die auf ein schwächer werdendes Immunsystem hindeuten, etwa das Auftreten von Feigwarzen, Mundpilz, Gürtelrose oder Herpes, zählten die Ärzte in der Kontrollgruppe drei- bis sechsmal häufiger als in den Gruppen der Interleukin-2 Patienten. Problemlos konnten, das erwies die Studie, auch Patienten Interleukin-2 bekommen, die gleichzeitig an einer Hepatitis B oder C litten. Ein unerwarteter, aber erfreulicher Nebeneffekt der IL-2-Therapie ergab sich bei der Untersuchung des Blutplasmas sowie der Lymphknoten von Studienteilnehmern. Als Folge der Stimulation virusinfizierter Lymphzellen durch das Interleukin-2 wäre eine Steigerung der Viruslast denkbar gewesen. Hingegen konnte sechs Monate nach Therapiebeginn bei fünf extra für diesen Zweck untersuchten Patienten eine leicht reduzierte Viruslast im Lymphknoten gemessen werden, und im Blutplasma fand sich keine Vermehrung. Im Gegenteil: Bei einigen Patienten stellten die Ärzte im Verlaufe der Interleukin-2-Therapie eine signifikante Verringerung der HI-Viruslast fest. Angesichts dieser Ergebnisse hoffen der Klinikdirektor Professor Dr. Goos und Oberarzt Dr. Hengge auf einen "Durchbruch in der HIV-Therapie". Bisher habe man sich, sagt Hengge, weitgehend mit der Minderung der Viruslast zufriedengeben müssen. Jetzt könne man sich parallel dazu auf die Stärkung des Immunsystems konzentrieren.

Hinweis: Auf Wunsch können wir Ihnen weitere Informationen zur Verfügung stellen (tel. 0201-723-3649 oder -2847 bzw. e-mail: ulrich.hengge@uni-essen.de) .


News

Dreßler gegen höhere Selbstbeteiligung bei Medikamenten - VdK spricht von `Diffamierungskampagne" gegen Patienten

Baden-Baden, 19. Mai (AFP) - Der Forderungkatalog der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an die Gesundheitspolitik ist auf scharfe Kritik der Sozialdemokraten und des Sozialverbands VdK gestoßen. Der SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler sagte am Dienstag im Südwestfunk, es sei auffällig, daß ärztliche Forderungen nach Einschränkungen der Kassenleistungen oder nach höherer Eigenbeteiligung der Patienten immer verbunden seien mit der Forderung nach höheren Honoraren für die Mediziner selbst. `Und das zweite, was mir auffällt, ist, daß die Forderung nach einer Entrümpelung des Kassenangebots deshalb wenig glaubwürdig ist, weil die Kassenärzte gleichzeitig genau dieses Gerümpel auf der Liste individueller Gesundheitsleistungen anbieten wollen, die die Patienten dann aus ihrem eigenen Geldbeutel bezahlen müssen", so Dreßler. Der VdK sprach von einer `Diffamierungskampagne" gegen Patienten.

Der SPD-Sozialexperte räumte zwar ein, daß er - wie die Kassenärzte - der Meinung ist, daß aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht alles verantwortbar und bezahlbar sei, was medizinisch machbar wäre. Zugleich kritisierte er jedoch das derzeitige System der Krankenkassenzulassung für niedergelassene Ärzte. Es müsse gefragt werden, `ob diese große Arztzahl heute noch verantwortbar ist". VdK-Präsident Walter Hirrlinger verurteilte den Forderungskatalog als `unglaubliche Mißachtung der ärztlichen Fürsorgepflicht". Als Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse und Beitragszahler hätten Patienten einen verbrieften Anspruch auf ausreichende Versorgung. Dies umso mehr, als sie mit Zuzahlungen, deren Ausmaß die Schmerzgrenze längst überschreite, neben ihrem Krankenversicherungsbeitrag zur Kasse gebeten würden, erklärte Hirrlinger.

Unterdessen forderte der Präsident der Berliner Ärztekammer, Ellis Huber, im Bayerischen Rundfunk, das derzeitige Honorarsystem radikal zu ändern. `Ein Zimmermann wird auch nicht nach der Anzahl seiner Hammerschläge honoriert." Das heutige System fördere die technische Medizin, das Gespräch zwischen Arzt und Patient bliebe dabei oft auf der Strecke. Um Kosten zu sparen, schlug Hubert aber vor, über unnötige und unwirtschaftliche Behandlungsmethoden neu zu verhandeln. Trotz aller Sparmaßnahmen müsse aber sichergestellt sein, daß die Patienten optimal versorgt würden.


News

Vilmar: Gesundheitswesen medizinisch orientieren Seehofer prüft Ausweitung der Kostenerstattung Köln, 19. Mai (AFP)

- Ärzekammerpräsident Karsten Vilmar hat ein Ende des Sparkurses im Gesundheitswesen gefordert. Dieser müsse wieder medizinisch orientiert werden, sagte Vilmar am Dienstag in Köln zum Auftakt des 101. Deutschen Ärztetages. Vorrangiges Ziel müsse es sein, den Grundsätzen Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität mehr Geltung zu verschaffen. Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) plant, die direkte Abrechnung zwischen Arzt und Patient auszuweiten und das sogenannte Doctor-Hopping von Patienten per Chipkarte zu unterbinden. Es werde geprüft, `ob für bestimmte Arztgruppen und Behandlungsfelder die Kostenerstattung ausgeweitet werden kann", sagte Seehofer laut Redetext. Außerdem würden Möglichkeiten geprüft, wie `der unkontrollierten Mehrfachinanspruchnahme von Vertragsärzten mit der Krankenversicherungskarte wirkungsvoll entgegengetreten werden kann".

Vilmar betonte: `Wir alle sollten uns wieder darauf besinnen, was wirklich notwendig, zweckmäßig und ausreichend ist, wirtschaftlich erbracht werden kann und deshalb von der Solidargemeinschaft bezahlt werden muß." Das umfasse keineswegs alles, was in der Medizin heute wissenschaftlich und technisch möglich sei. `Der Versicherte zahlt seine Beträge für eine ausreichende und zweckmäßige Versorgung im Krankheitsfall. Damit kann er als Kranker von der Solidargemeinschaft auch nur eine solche ausreichende Hilfeleistung beanspruchen", betonte Vilmar laut Redetext.

Als `sozialpolitische Geisterfahrt" wertete unterdessen die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) den Vorschlag Vilmars für einen Kasko-Krankenschutz. `Der Mensch ist kein Auto, und wir wollen keine Entwicklung für Krankenversicherte zur Teilkasko für Ärmere und Vollkasko für die, die es sich leisten können", erklärte DAG-Vorstand Lutz Freitag. Vilmars Empfehlung, den Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung einzufrieren, versetze dem Prinzip der hälftigen Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Todesstoß, nachdem es durch die erhöhten Zuzahlungen der Patienten für Arzneimittel bereits erheblich durchlöchert sei.

Vilmar mischte sich auch offen in den Wahlkampf ein. Es gehe bei der Bundestagswahl um eine `Richtungsentscheidung", um die `Systemfrage". Die Ärzteschaft sei `gut beraten", wenn sie die Vorstellungen der Parteien zur Gestaltung der Gesundheits- und Sozialpolitik genau mit den von Ärztetagen verabschiedeten Forderungen vergleiche. Vilmar lehnte beispielsweise SPD-Vorstellungen ab, die Ausgaben im Gesundheitswesen global zu begrenzen.

Der Forderungskatalog der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an die Gesundheitspolitik wurde von SPD und dem Sozialverband VdK scharf kritisiert. Der SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler sagte im Südwestfunk, es sei auffällig, daß ärztliche Forderungen nach Einschränkungen der Kassenleistungen oder nach höherer Eigenbeteiligung der Patienten immer verbunden seien mit der Forderung nach höheren Honoraren für die Mediziner selbst. Der VdK sprach von einer `Diffamierungskampagne" gegen Patienten. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Marina Steindor beklagte, der Kranke stehe nicht als Patient im Mittelpunkt, `sondern als Goldesel".

Der Deutsche Ärztetag, der bis Samstag dauert, ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer, das `Parlament der Ärzteschaft". Die 17 deutschen Ärztekammern entsenden 250 Delegierte, die rund 350.000 Mediziner in der Bundesrepublik repräsentieren.


News


wählen Sie Ihre Fensterfarbe !